THE MARBLE HALL
Hat Mozart wirklich im Mirabell gespielt? Die Geschichte des Marmorsaals
Der Palast einer Mätresse, ein Belvedere-Architekt, ein großer Brand und ein Wunderkind am Tasteninstrument — die wahre Geschichte des Raumes, in dem Sie beim Konzert sitzen.
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Mirabell existiert wegen eines Skandals. Um 1606 ließ der mächtige Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau den Palast — damals Schloss Altenau genannt — für seine Mätresse Salome Alt und die vielen gemeinsamen Kinder errichten, in offener Missachtung seines Amtes. Als sein Nachfolger Markus Sittikus 1612 die Macht übernahm, vertrieb er Salome Alt und benannte den Palast in Mirabell um, nach dem Italienischen für „schön" oder „wunderbar". Der Marmorsaal war der zeremonielle Fest- und Bankettsaal im Herzen des Palastes und ist seit jeher Schauplatz großer Salzburger Anlässe.
Geprägt vom Architekten des Belvedere
Der Saal, in dem Sie heute sitzen, verdankt seine barocke Pracht dem umfassenden Umbau von 1721–27 nach Plänen von Johann Lukas von Hildebrandt — dem Architekten des Wiener Belvedere. Diese Herkunft ist sichtbar: die Marmorsäulen, der vergoldete Stuck und die Puttenstatuen stammen von einem der großen Barockbaumeister, weshalb die Konzertgesellschaften und das Tourismusbüro ihn zu Recht als einen der schönsten Konzertsäle der Welt bezeichnen können. Die Stadt Salzburg, die den Palast seit 1866 besitzt und als Rathaus nutzt, verwendet den Saal auch für Trauungen.
Das Feuer, das den Saal verschonte
Im Jahr 1818 fegte ein großer Brand durch Salzburg und beschädigte das Schloss Mirabell. Die anschließende Wiederherstellung verlieh dem Äußeren sein nüchterneres neoklassizistisches Aussehen und kostete das Gebäude viel von seinem ursprünglichen barocken Charakter — doch der Marmorsaal überstand die Flammen. Dieses Überleben ist der Grund, warum er heute als eines der besterhaltenen Beispiele des Salzburger Barocks steht und warum ein Konzert hier ein Konzert in einem wahrhaft historischen Raum ist und nicht in einer Rekonstruktion.
Wo der junge Mozart auftrat
Die Verbindung zu Mozart ist konkret und dokumentiert, nicht Marketing. Leopold Mozart brachte seine Wunderkinder — Wolfgang und seine ältere Schwester Nannerl — in diesen Saal, um vor dem Hof des Fürsterzbischofs aufzutreten. Wenn heute ein Kammerensemble im Marmorsaal Mozart spielt, musiziert es also in einem Raum, in dem ein Mozart tatsächlich Musik gemacht hat — und genau das unterscheidet dieses Konzert von den vielen Salzburger Abenden, die seinen Namen nur borgen.
Eine 1992 gegründete Gesellschaft
Die Salzburger Konzertgesellschaft, die Konzertgesellschaft hinter der Reihe, wurde 1992 gegründet und begann mit Sonntagsmatineen im Marmorsaal. Die Salzburger Konzertgesellschaft wurde 1992 gegründet und begann mit Sonntagsmatineen im Marmorsaal; die Gesellschaft veranstaltet in der Reihe etwa 300 Kammerkonzerte pro Jahr. Die barocke Form des Saales stammt aus dem Umbau von 1721 bis 1727, sodass Sie Kammermusik in einem Raum der Epoche hören, für die sie geschrieben wurde.